Güteklassen

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Bio-Kolym Vor 0-6Bio-Kolym Vor 0-5

EU-Verordnung Nr. 2568/91 über die Merkmale von Olivenölen und Oliventresterölen sowie die Verfahren zu ihrer Bestimmung (1991)

Diese Verordnung schreibt sowohl bestimmte analytische Grenzwerte, als auch das dazugehörende Analysenverfahren vor. Neben der chemischen Analyse wird aber auch der sensorischen Bewertung der nativen Olivenöle ein besonderer Stellenwert eingeräumt. Laut dieser Verordnung wird Olivenöl in folgende Kategorien (Güteklassen) eingeteilt:

 

1. Natives Olivenöl extra
Erste Güteklasse, mechanisch direkt aus Oliven gewonnen. Der Anteil freier Fettsäuren (berechnet als Ölsäure) darf bei max. 0,8 g pro 100 g Öl liegen (gilt ab Nov. 2003). Einwandfrei in Geruch und Geschmack, große Geschmacksvielfalt.

2. Natives Olivenöl
Mechanisch direkt aus Oliven gewonnen. Der Anteil freier Fettsäuren (berechnet als Ölsäure) darf bei max. 2,0 g je 100 g Öl liegen. Breite Geschmacksvielfalt.

3. Olivenöl und 4. Oliventresteröl
spielen im Naturkostbereich keine Rolle und werden deshalb hier vernachlässigt. Auch für diese Ölarten ist der Anteil freier Fettsäuren geregelt.

Extra natives Olivenöl muss laut EU-Olivenölverordnung vom 01.09.2002 sensorisch absolut fehlerfrei sein und einen einwandfreien, fruchtigen Geschmack aufweisen. Dieser variiert natürlich auf Grund verschiedener Sorten, Erntezeitpunkten, Herstellungsmethoden sowie auf Grund gelungener Mischungen (Cuveés).

Deklaration
Auf dem Etikett der Ölflasche muss folgendes vermerkt sein: Nettofüllmenge, Anbaugebiet, MHD, Name des Herstellers, Abfüllers und des Vertriebs, Güteklassebezeichnung (seit Nov. 2003). Bei BIO-Produkten der Name der Kontrollorganisation und die zugehörige Nummer.
- Olivenöl nativ extra: Erste Güteklasse - direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren gewonnen
- Olivenöl nativ: direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren gewonnen

Organoleptik
Seit Nov. 2003 sind organoleptische Angaben auf dem Etikett nur zulässig, wenn sie auf Ergebnissen einer in der EU-VO vorgesehenen Analysemethode basieren. Diese Methode ermöglicht es, den Intensitätsgrad der Fruchtigkeit, Bitterkeit und Schärfe (3 Hauptattribute) zu messen.

Erste Kaltpressung (Kategorie A)
Ab Nov. 2003 darf die Bezeichnung "Erste Kaltpressung" nur noch verwendet werden, wenn die Früchte steinvermahlen und das Olivenöl anschließend über Matten bei höchstens 27 °C mit einer traditionellen, hydraulischen Presse gewonnen wird.

Erste Kaltextraktion (Kategorie B)
Diese Bezeichnung darf nur verwendet werden, wenn native Olivenöle bei höchstens 27 °C mittels Endlosschneckenpresse oder geschlossenen Systemen moderner Maschinen gewonnen wird.

Säuregrad

Ab Nov. 2003 müssen bei Angabe des genauen Säuregrads auch noch andere Parameter angegeben werden:

Peroxidzahl max. 20,00 = Reifegrad der geernteten Früchte
K 232 max. 2,60 = Einhaltung der Presstemperatur bei der Kaltpressung
K 270 max. 0,25 = Unversehrtheit der Oliven, Sorgfalt bei der Ernte

Bei ARISTA Olivenölen sind zum Teil Zusatzetiketten der Erzeuger mit den entsprechenden Angaben auf den Flaschen angebracht, in jedem Falle gibt es eine Komplettliste mit den Daten aller Öle, die nach den zugesandten Analysenwerten erstellt wird. In der Regel liegt der Säuregrad der ARISTA-Öle unter 0,5 Prozent.

 

VERORDNUNG (EG) Nr. 1019/2002 DER KOMMISSION
vom 13. Juni 2002 mit Vermarktungsvorschriften für Olivenöl
(ABl. L  155 vom 14.6.2002, S. 27)  PDF herunterladen >>

 

Ab dem 1. April 2011 erlaubt eine neue EU-Verordnung (61/2011) den Verkauf von sogenannten desodorierten Olivenölen unter der Gütebezeichnung “nativ extra” bzw. “extra vergine”. Damit sind der Verbrauchertäuschung Tür und Tor geöffnet. Eine Stellungnahme von Slow Food International:

Die neue EU-Verordnung 61/2011 genehmigt den Verkauf von Olivenöl unter der Gütebezeichnung “nativ extra” (extra vergine), die einen Höchstgehalt an Alkylestern von 150mg/kg aufweisen. Letztere sind chemische Verbindungen, die sich durch Veresterung von freien Fettsäuren mit niedermolekularen Alkoholen bilden und vor allem in minderwertigen Produkten aufgrund fehlerhafter Herstellungstechniken oder schlechter Fruchtqualität anzutreffen sind. Mit dem neuen Grenzwert von 150mg/kg öffnet die Verordnung jetzt den europäischen Markt für Ölmischungen zweifelhafter Qualität. Zum Vergleich: Ein Öl aus unversehrten Oliven, die gleich nach der Ernte gepresst werden, enthält maximal 10 bis 15 mg/kg, im Ausnahmefall bis zu 30 mg/kg Alkylester.

Der Grenzwert von 150 mg/kg, der nun von der europäischen Verordnung festgelegt wird, ist nicht repräsentativ für ein natives Olivenöl extra aus hochwertigen Oliven. Insbesondere ermöglicht er es den Produzenten, natives Olivenöl extra mit einem Produkt geringerer Qualität zu mischen, wie etwa desodoriertem Öl mit hohen Alkylesterwerten.

“Nur minderwertige Öle müssen desodoriert werden”, erläutert Carlo Petrini, internationaler Präsident von Slow Food. “Es ist nicht akzeptabel, dass ein chemisches Verfahren, das bisher für natives Olivenöl extra verboten war, erlaubt wird, nur damit ein gepanschtes Produkt auf dem Markt gelangen kann, ohne dass der Verbraucher es am Etikett erkennt.” Ausdrücklich warnt Petrini auch vor den Folgen für die Olivenöl-Erzeuger. “Dieses Gesetz geht genau in die entgegengesetzte Richtung, die der EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos mit der neuen gemeinsamen Agrarpolitik der EU einzuschlagen schien.

Man kann Qualität nicht schützen, indem man die ehrlichen Erzeuger von nativem Olivenöl schädigt, die sich in dieser Zeit ohnehin in großen Schwierigkeiten befinden. Wenn ein Öl desodoriert ist, muss dies mindestens auf dem Etikett angegeben sein, nur so kann das Recht der Verbraucher auf Information und Gesundheit gewahrt bleiben.”

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